Kolbe, Georg (* 15. April 1877 in Waldheim, Sachsen †20. November 1947 in Berlin): Fliegender Genius (1928)

Idealistische Aktplastik, die einen heroischen Ausdruck zeigt.

Dieses Werk wurde im Spätjahr 2026 von seinem Standort entfernt: Vandalen hatten es verschandelt, und es musste aufwändig gesäubert werden.

Um weitere Übergriffe zu vermeiden, wurde der Fliegende Genius an seinen ursprünglichen Standort zurückgebracht, in das Hallenbad Nord.

Ehemaliger Standort: Ludwigsplatz, Mitte

Eine Erklärung zur Bezeichnung dieses Werkes: 

Auf den ersten Blick könnte man sich fragen, warum diese eindeutig weiblich dargestellte Figur „Der Fliegende Genius“ heißt. Schließlich erkennt man an ihrem Körper deutlich eine Frau.
Die Erklärung ist ganz einfach: „Genius“ ist ein männliches Wort. Deshalb heißt es grammatikalisch „der Genius“ – unabhängig davon, ob eine männliche oder weibliche Figur dargestellt wird.
Ein Genius war ursprünglich eine Art Schutzgeist oder guter Geist. Man stellte sich darunter ein übernatürliches Wesen vor, das einen Menschen oder auch einen Ort beschützen und begleiten konnte. Bei dieser Plastik ist der Genius also nicht als gewöhnlicher Mensch gemeint, sondern als eine solche sinnbildliche Gestalt.
Der Titel „Der Fliegende Genius“ beschreibt deshalb die Bedeutung der Figur – und nicht ihr körperliches Geschlecht.

Zurück in der alten Heimat! Standort

Die Plastik stand bereits zur Eröffnung des Hallenbades im Jahr 1956 in dessen Vorhalle. Georg Kolbe schuf die 1,36 Meter hohe Bronzefigur als androgyne Gestalt – aus dem Griechischen andros (Mann) und gyne (Frau); also eine Figur, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen lässt.

Obwohl die Plastik auf den ersten Blick weiblich erscheint, sind ihre Gesichtszüge weniger eindeutig. Der Begriff „Genius“ ist somit unabhängig vom Geschlecht der dargestellten Figur, wie bereits weiter oben näher erläutert.

Später wurde die Plastik als „Schutzgeist“ des Bades interpretiert.

Zum Tag des offenen Denkmals 2026 wurde sie wieder im Foyer des ehemaligen Hallenbades enthüllt und ist dort nun erneut zu sehen.

Seit ihrer Rückkehr gehört sie jedoch nicht mehr zur Öffentlichen Kunst wie zuvor auf dem Ludwigsplatz, sondern zur Eingeschränkt öffentlichen Kunst, da ihre Besichtigung an die Öffnungszeiten des „Freischwimmers“ gebunden ist.


  

Eine wunderbare Ergänzung finden Sie in diesem Artikel von Andrea Döring!